
KEANU REEVES: Der Lässige
"Was ist Ihre Philosophie als Schauspieler?" Während andere seines Fachs hier mächtige Worthülsen abfeuern, lehnt sich Keanu Reeves lässig zurück: "Ich habe keine Ahnung, Mann!" Simpel und ebenso zutreffend charakterisiert ein Regisseur den 35-Jährigen: "Keanu ist ein Darsteller, der eine ungeheure Popularität genißt, weil er einerseits attraktiv, andererseits aber auch ein Jedermann ist."
In Reeves neuestem Film, dem Sportfilm "Helden aus der zweiten Reihe", der in Deutschland am 21. Juni in die Kinos kommt, geht es um American Football, was hierzulande oft einen gnadenlosen Flop nach sich zieht. Doch der Streifen bietet mehr. Reeves: "Es geht um Menschen, die eine zweite Chance bekommen." Mehr als 20 Pfund hat er sich antrainiert, um den Quarterback spielen zu können. Reeves, der Perfektionist. Was das Schönste am Dreh gewesen ist? "Ich stand an meinem Geburtstag mit Gene Hackman vor der Kamera. Und das gehört zum Besten, was mir je im Leben passiert ist."
Dabei hatte der in Beirut geborene Junge nie Football-Spieler werden wollen. In Kanada wurde er groß, und dort stand er auch recht erfolgreich im Tor einer Eishockey-Mannschaft. Sein Spitzname aus dieser Zeit: "The Wall" - die Mauer. "Ich träumte immer davon, bei den Olympischen Spielen im Tor der kanadischen Nationalmannschaft zu stehen." Daraus wurde nichts, vielmehr zog es den noch nicht ganz 18-Jährigen mit Macht zur Bühne. Ausbildung in Toronto, erste Rollen im Theater und in TV-Serien. Und dann Hollywood, das er spätestens mit dem Blockbuster "Speed" 1994 erobert hat.
Reeves gibt sich stets gelassen: "Bisher kann ih noch einfach die Straße hinuntergehen. Wenn ich mich nicht mehr frei fühle, werde ich dagegen angehen." So einfach ist das. Und so wie er lebt, arbeitet er auch. Vorschreiben ließ er sich die Auswahl seiner Filme noch nie. Einiges ist dabei herausgekommen, was seinem Image als Schauspieler nicht gerade förderlich war. Zum Beispiel Alfonso Araus unsägliche Schnulze "Dem Himmel so nah".
Mit "Matrix" lief alles anders, der Film katapultierte ihn ganz nach oben und festigte seine Position als einer der gefragtesten Hollywood-Stars dieser Tage. Mit satter Gage: 20 Millionen Dollar kassiert er nun pro Film.
Helden aus der zweiten Reihe
Edward O'Neil (Jack Warden), Besitzer der Washington Sentinels, ist verzweifelt: Seine Football-Profis wollen mehr Geld und beginnen deshalb vier Spiele vor der Playoff-Runde einen Streik.
O'Neil bleibt keine Wahl: Er holt den ehemaligen Sentinels-Trainer Jimmy McGinty (Gene Hackman) aus dem Ruhestand zurück. Der alte Coach soll innerhalb einer Woche ein Ersatzteam zusammenstellen. Bald tummelt sich auf dem Rasen des Sentinels-Stadions ein bunter Haufen ausrangierter Exzentriker, darunter ein walisischer Fußballstar, ein japanischer Sumo-Ringer und ein vom Staatsgefängnis ausgeliehener Sträfling.
Angeführt werden die Underdogs vom Quarterback Shane Falco (Keanu Reeves). Weil sie einzig aus Liebe zum Spiel in die Arena gehen, vollbringen Washingtons Ersatzspieler bald wahre Wunder.
Helden aus der zweiten Reihe ist eine turbultente Sportkomödie von Howard Deutch ("Der dritte Frühling") mit hinreißend verrückten Charakteren und unglaublich komischen Szenen an und auf dem Spielfeld. Stars in diesem herausragenden Film sind neben Hollywood-Legende Gene Hackman als Trainer die "Ersatzspieler" Keanu Reeves ("Matrix"), Rhys Ifans ("Notting Hill") und Jon Favreau ("Swingers").