Wiener Zeitung (+/-)
Krone (+/-)
Spielfilm.de (-)
Prisma-Online (+/-)
Berliner TAZ (+)
Berliner Kurier (++)
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Wiener Zeitung Das ist eine jener übersinnlichen Geschichten, die zwar glänzend gemacht sind, aber doch nicht so recht zu fesseln vermögen, zu sehr "an den Haaren herbeigezogen" ist die Handlung. Eine junge Witwe, Mutter von drei Kindern, hat die Gabe, Dinge vorauszusehen, Katastrophen vorzuahnen. So verdient sie ihr Geld mit Kartenlegen und wird in dem kleinen Städtchen, in dem sie lebt, als "Hexe" verschrien. Da geschieht ein Mord, und die junge Frau sieht in einer Vision, wo die Leiche zu finden ist. Abgesehen von diesem Brimborium, ist es einfach ein gewöhnlicher, leidlich spannender Krimi, bei dem der Täter erst am Ende gestellt wird. Wären da nicht einige wirklich hervorragende Darstellerleistungen, man könnte das Ganze als "ferner liefen" abhaken... Lona Chernel |
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Die Krone Annie (C. Blanchett) ist verwitwet und lebt mit ihren Kindern in den Südstaaten, in deren fiebrig-schwülem Klima Aggressionen bestens gedeihen. Ihr Job: Wahrsagerin. Annie legt Tarotkarten - und sie hat eine dunkle Gabe: Sie kann Tote sehen. Als die hübsche, überaus lebenslustige Freundin des Schuldirektors spurlos verschwindet, versetzt sie mit ihren Visionen eine ganze Stadt in Aufruhr. Modergeruch und Vodoozauber liegen in der Luft. Gutmenschen und Finsterlinge irrlichtern durch einen eigenwillig-mysteriösen Mix aus Hokuspokus und Sozialdrama. Keanu Reeves darf seine brutale Seite ausleben und "Oscar"-Preisträgerin Hillary Swank kräftig vermöbeln. Tolle Besetzungsliste, zu wenig "sechster Sinn". |
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Spielfilm.de Zwei Vorlieben kennzeichnen Sam Raimi: harte Horrorschocker und Comichelden. Ersteres führte einst zum Klassiker "Tanz der Teufel", der hierzulande zum Schrecken der Moralwächter wurde. Letzteres gebar den nächstes Jahr startenden Blockbuster "Spiderman". Bevor es aber soweit ist, wagt der erfolgreiche Regisseur noch einen Abstecher auf vertrautes Terrain. Mit einer in schaurigen Mangrovensümpfen der Südstaaten angesiedelten, übernatürlichen Mischung aus Krimi, Drama, Thriller und Horror versucht sich Raimi an einer interessanten und ungewöhnlichen Variante des Plots einer Wahrsagerin, die einen von ihr vorausgesehenen Mordfall aufzuklären versucht und bald selbst in Lebensgefahr gerät. Das ganze Geld und die teuren Schauspieler haben nichts genutzt: Raimi greift unverdrossen Versatzstücke aus besseren Filmen auf und bringt sie in einen gerade noch erträglichen, belanglosen, aber arg aufgeblasenen Mumpitz-Schinken unter, der sein edles Etikett american gothic kaum verdient. Schwerpunkt sollen die Charaktere und ihr Eigenleben sein, aber davon ist wenig zu spüren. Wenn etwas an dem heillosen und lahmen Durcheinander gefällt, dann sind es die Darsteller. Es mühen sich Cate Blanchett, Giovanni Ribisi, Katie Holmes, Greg Kinnear, Hilary Swank, Kim Dickens und sogar Keanu Reeves redlich ab, in dem mauen Spuk Akzente zu setzen, doch Raimi scheint in Gedanken schon ganz bei seinem Spinnenmann zu sein. - Robert Knapp |
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Prisma Online Noch ein Wort und ich drück ab! Keanu Reeves als bad guy Sehenswert Annie ist eine junge Witwe, die mit ihren drei Söhnen in einer Südstaatenkleinstadt nicht gerade einen leichten Stand hat. Sie versucht, mit ihren seherischen Fähigkeiten einige Dollar zu verdienen. Das bringt ihr schnell den Ruf ein, eine Hexe zu sein. Trotzdem fragen viele sie um Rat. Als dann eine junge Frau scheinbar spurlos verschwindet, kann Annie nicht nur die Ermordete finden, sondern damit gleichzeitig einen Schuldigen dingfest machen. Erst später merkt Annie, dass ein Unschuldiger hinter Gittern sitzt... Ex-Horror-Meister Sam Raimi ("Tanz der Teufel") geht hier ähnlich bedächtig vor wie in seinem Krimi "Ein einfacher Plan". Er lässt Hauptdarstellerin Cate Blanchett viel Raum, entwickelt so ein faszinierend-miefiges Kleinstadtmilieu und driftet gegen Ende leider zu sehr in Mystery-Gefilde ab. Dennoch ein interessantes, weil subtiles Werk. |
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Berliner TAZ Der neue Teufelstanz von Sam Raimi ist eine Südstaaten-Milieuschilderung, die vom Kleinstadtkrimi zum Horrorfilm mutiert: Annie Wilson (wie immer hervorragend: Cate "Elizabeth" Blanchet) ist mit einer Gabe gesegnet - oder geschlagen. Die verhärmte Witwe und Mutter dreier Söhne besitzt hellseherische Fähigkeiten und kann mit toten Seelen Kontakt aufnehmen (ein Schuft, wer jetzt an einen "Sixth Sense"-Ableger denkt). Annie hat ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten nie für ihren Nutzen oder zum Schaden anderer eingesetzt, sie betrachtet das alles als Geschenk Gottes und hilft uneigennützig jedem, der in der kleinen Gemeinde ihren Rat sucht - obwohl: viele meiden sie auch, weil sie sie für eine Hexe halten. Als eines Tages Jessica King verschwindet, Tochter des reichsten Mannes der Gegend und Verlobte des Schulleiters, sucht auch der Sheriff widerwillig Rat bei Annie, und die hat tatsächlich eine Vision von Jessicas Leiche in einem nahen See. Der liegt auf dem Besitz des brutalen Schlägers Donnie (wie immer ein wenig blass: Keanu Reeves), der sich als Killer geradezu anbietet. Doch Annie spürt, dass er es nicht sein kann ... Dank Cate Blanchet ist dieser Gruselfilm eben kein "Sixth Sense"-Aufguss und Sam Raimi hat sich auch etwas zurückgehalten und diesmal bedächtig und sorgfältig inszeniert mit viel Raum für die emotionale Entwicklung der Hauptfigur. http://www.taz.de/pt/2001/10/04/a0004.nf/text.name,askTjjfbC.n,0 |
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Berliner Kurier
Was eine Wahrsagerin alles sieht Story: Annie Wilson (Cate Blanchett) verfügt über "The Gift - Die dunkle Gabe" . Das meint: Sie verdient den spärlichen Lebensunterhalt für sich und ihre drei Kinder in einem recht öden Provinznest als Wahrsagerin. Allgemein herrscht eitel Freude ob ihrer Zukunftsvisionen und Lebenstipps. Doch der grobschlächtige Donnie (Keanu Reeves), der seiner Frau gern mal ein blaues Auge verpasst, hat eine ziemliche Wut auf die Lady mit dem coolen Sinn für die Zukunft und das Wahrhaftige. Da kann es schon mal passieren, dass er im Zorn ihre Kinder bedroht. Die Situation spitzt sich dramatisch zu, als eine Frau verschwindet. Mit ihrer ungewöhnlichen Gabe hilft Annie dem Sheriff bei der Aufklärung des Falles. Es scheint, dass sie wieder einmal erfolgreich ihre Fähigkeiten beweist. Doch die Seherin übersieht ein entscheidendes Detail - und damit beginnt ein Reigen grausamer Ereignisse. Schauspiel: Cate Blanchett und Keanu Reeves agieren nach der Weisheit, dass weniger oft mehr ist. Kleine Gesten, vernuschelte Worte, das flüchtige Aufflackern von Emotionen genügen den beiden Stars, um überaus vielstimmige Charakterstudien zu entwerfen. Wunderbar! Regie: Sam Reimi weiß, dass die Angst vorm Dunkeln noch immer mehr Schrecken auslöst als jeder tricktechnisch noch so ausgeklügelte Spezialeffekt. Also setzt er aufs Simple - und verpasst damit jedem sensiblen Zuschauer eine Gänsehaut mit unvergesslich heftigem Kribbeln. Fazit: Ein Horrorfilm von bestechender Intelligenz und Intensität. Wer sich im Kino gern erschrecken lässt, wird vor Wonne juchzen. Dünnhäutige Naturen allerdings sollten den Film auf keinen Fall ohne schützende Begleitung ansehen! http://www.berlinonline.de/aktuelles/berliner_kurier/kino/.html/artik3.html |