Pole Position (+)
Kurier (+)
Die Presse (+)
noen.at (+)
Süddeutsche Zeitung (+/-)
Die Welt (+)
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Pole Position Horror-Spezialist Sam Raimi (Tanz der Teufel) inszenierte mit "The Gift" eine perfekte Mischung aus Kleinstadt-Krimi und Horror-Thriller im Stile von ?Schatten der Wahrheit?. Die Witwe Annie besitzt hellseherische Fähigkeiten und wird daher einerseits als Hexe betitelt, auf der anderen Seite ist sie aber auch für alle Bewohner des kleinen Dörfchens Brixton die Adresse Nummer 1, wenn es darum geht, Probleme loszuwerden und Ratschläge zu erhalten. Als jedoch die Verlobte des Schuldirektors spurlos verschwindet, gerät die Welt aus den Fugen. Verfolgt von unheimlichen Visionen wird Annie zu einem Bindeglied zwischen der Welt der Lebenden und der Toten... 9 von 10 Punkten |
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Kurier An einem Ende des Seils zieht eine einzelne, zarte Frau, am anderen ein vielköpfiges Team von Schwergewichtern. Und doch beweist die Frau derartige Zugkraft, dass sie alle und alles mit Leichtigkeit hinter sich herschleppt. Alle und alles: Gemeint ist damit der ganze schwer beladene Film samt plumper Story, opulenten Mitspielern, schwerfälliger Inszenierung. Cate Blanchett heißt diese Wunderfrau - deren ziselierten Nuancen einer irritierten Persönlichkeit sogar den subtilen Keanu Reeves als outrierenden Schmierendarsteller eines gewalttätigen Macho-Rednecks dastehen lassen. Sie spielt die Rolle der jungen Hellseherin Annie mit derart glaubhafter Ausgeliefertheit und Zerrissenheit, dass man gläubig den verstörenden Wegen dieses Mediums folgt. Das Verhuschte gegen das Entschlossene, das Gebrochene gegen das Unbeugsame, das Filigrane gegen das Stählerne - ausgetragen in einer Person, sichtbar gemacht in einem Gesicht. Erst durch sie wird der Dutzendthriller, den Regisseur, Autoren, Ausstatter usw. mit allem im Genre üblichen Hokuspokus, Grottenbahneffekten, Überraschungsschocks und bedrohlichen Gewittern zugeräumt haben, zum atemberaubend sinnlich-übersinnlichen Erlebnis. Nur die Schwüle und Landschaft, in denen sich jenes Kleinstadtdrama entlädt, welches Annies dunkle "Gabe" (engl.: The gift) herausfordert, können sich gegen die Naturgewalt Cate Blanchett behaupten: Unheimliche Sümpfe und fiebrige Südstaatenatmosphäre bilden den düsteren Rahmen zu den ebensolchen Visionen der Wahrsagerin. Diese allein erziehende Mutter dreier Buben, den Kräften in ihr ebenso ausgeliefert wie ihrem eigenen unversorgten Los einer Witwe, wird mit einem Vermisstenschicksal konfrontiert, das ihr sechster Sinn bald albtraumhaft als Mordfall entlarvt. Nur die Identität des Täters liegt für die ahnungsvolle Ermittlerin lange im Dunkeln . . . Hypnotisiert folgt der Zuschauer den Wegen einer Frau, die tatsächlich auf geheimnisvolle Weise Wirklichkeiten zu vermitteln vermag, die es eigentlich gar nicht geben dürfte; Cate Blanchett wird dem Begriff Schauspielkunst im Wortsinn gerecht. Das muss man gesehen haben. Rudolf John |
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Die Presse "The Gift" - Nichts als ein Wasserhahn In "The Gift", einem soliden Mystery-Thriller, kombiniert US-Regisseur Sam Raimi Schock-Subversion mit Breitenwirkung. Nebel liegt über der sumpfigen Waldlandschaft des kleinen Südstaatenfleckens Brixton. Schön und ein wenig schaurig sieht er aus, der kleine Teich. Tatsächlich dauert es nicht lange, bis darin nach einer Leiche gefischt wird: Der Regisseur heißt schließlich Sam Raimi, und auch wenn The Gift näher an dessen Mainstream-Produktionen (insbesondere am verschneiten Psychokrimi A Simple Plan) liegt als am entfesselten Horror-Frühwerk, wo noch zum Tanz der Teufel geläutet wurde, hat der Meister noch ein paar Taktiken aus seiner No-Budget-Ära parat (wilde Kamerafahrten, beschleunigte Montage und Effekte, die auf digitales Tricksen verzichten), um seine neue Arbeit mit ruppigem Heimwerker-Charme zu versehen. Auch wenn der weitere Verlauf der Story mit Geistern, Gerichtsverhandlungen und ähnlichen Gebrauchtwaren des Genres nicht eben geizt, gelingt es Raimi, das Interesse an den (formelhaften) Zutaten wachzuhalten - um Gänsehaut zu erzeugen, genügt ihm ohnehin ein tropfender Wasserhahn: Was The Gift von jüngeren Thriller-Untaten unterscheidet, ist die Entwicklung eines glaubhaften sozialen Umfelds. Trotz sich einschleichenden mystischen Brimboriums funktioniert Brixton (innerhalb des Genre-Rahmens) als Miniatur-Entwurf verzweigter gesellschaftlicher Interaktionen: Auch wenn die Schocks vor allem dem Reich des Unheimlichen entstammen, ist es die stückweise Offenbarung der sumpfigen Untiefen im Sozialgefüge des scheinbar sauberen Ortes, die für die kontinuierliche Zunahme der Beklemmung sorgt. Dem Teich darin nicht unähnlich: Eigentlich ist The Gift mit seinen atmosphärischen Stimmungsbildern ein Film über den Genius loci. hub http://www.diepresse.at/detail/default.asp?channel=k&ressort=kf&id=252355 |
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noen.at Cate Blanchett als junge, verwitwete Mutter mit hellseherischen Kräften. Die Visionen einer Wasserleiche drohen ihr Leben zu zerstören. Gänsehautgrusel garantiert! Hellseherische Fähigkeiten sind wahrlich nicht immer ein Segen! Die junge Witwe und Mutter von drei kleinen Söhnen, Annie Wilson, verdient sich mit Karten legen ihren spärlichen Lebensunterhalt. Dabei stößt sie in ihrer kleinen Südstaatengemeinde aber auch auf Ablehnung als vermeintliche Hexe. Als eines Tages die schöne, bei den Männern heißbegehrte Jessica verschwindet, ist die Polizei ratlos. Verzweifelt wendet sich ihr Vater an Annie Wilson. Mit Hilfe ihrer Eingebungen wird die Leiche Jessicas auf dem Grund eines Sees gefunden. Aber selbst nach der Verhaftung eines Verdächtigen spürt Annie, dass der Spuk noch nicht vorbei ist. Die Zutaten für diesen Mystery-Film sind altbewährt und teilweise recht abgedroschen: Geistererscheinungen, skeptische Menschen und trügerische Fährten in einem Mordfall. Trotzdem schafft es Regisseur Raimi die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Blitze und Stürme zieren die schwüle Südstaatenatmosphäre und Annies Visionen werden zunehmend bedrohlicher und lauern an den unerwartetsten Stellen. Cate Blanchett beeindruckt mit ihrer facettenreichen Darstellung der Annie Wilson - glaubhaft spielt sie die starke Mutter, die durch ihre hellseherischen Fähigkeiten verängstigt und gequält wird. Keanu Reeves überrascht mit einer ungewohnt rauen Darstellung als bösartiger Schlägertyp. |
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Süddeutsche Zeitung
Die Macht der Vorsehung Noch bevor etwas zu sehen ist, kündigen Zikadengeräusche den amerikanischen Süden an. Dann folgt einer dieser tot-traurigen, von fern herbeigewehten Eulenrufe, die jeder Sounddesigner unter den Stichworten "Nacht" und "Wildnis" abgespeichert hat. Wir sind also in der Wildnis des amerikanischen Südens, es ist Nacht, und feiner Nebel wabert über den Sümpfen. Die Bäume wurzeln darin und haben seltsame, tonnenförmig verdickte Stämme, das Wasser wirkt schwer wie flüssiges Blei. Hier könnte sofort ein blutrünstiger Tanz der Teufel beginnen, so wie früher bei Sam Raimi, aber darüber ist der Regisseur inzwischen hinaus - jetzt sucht er den stillen, verfeinerten Schrecken. Man ahnt aber schon, dass dieses schwere Wasser ein Opfer fordern wird, am besten einen jungen, schneeweißen Frauenkörper - und weil der Schrecken auch wieder nicht zu fein werden darf, blitzt dieser Körper einmal kurz auf. Es ist erst drei Jahre her, dass Cate Blanchett mit "Elizabeth" ins Scheinwerferlicht von Hollywood geriet. Bald wird sie bei Tom Tykwer zu sehen sein und in einem Riesenprojekt namens "Herr der Ringe" - aber schon jetzt ist sie eine Klasse für sich. Die Besetzung ist überhaupt eindrucksvoll. Sam Raimi kann hier die Früchte einer geduldigen Arbeit ernten, die ihn aus der geschlossenen Anstalt für Horrorfilme und B-Pictures herausgeführt ha. Wie schwer das zu schaffen ist, zeigt das Schicksal von Kollegen wie Wes Craven oder John Carpenter, die zwar manchmal auf Bewährung entlassen, aber schnell wieder verhaftet werden. "Ein einfacher Plan" zum Beispiel, Raimis brillante Studie über Gier und Misstrauen im winterlichen Minnesota, war kein großer kommerzieller Erfolg, erregte aber durchaus das Aufsehen der Branche - und der kommende "Spiderman" ist ein Sprung in die Oberliga. So hofft nun zum Beispiel Keanu Reeves, mit Raimi voranzukommen: in der Nebenrolle eines rassistischen Redneck, die eine neue Herausforderung sein soll, und das gelingt auch. Man versteht, warum seine geschlagene Frau ihn nicht verlassen kann - ein noch kleinerer Auftritt, der mit der Oscargewinnerin Hilary Swank besetzt ist. Und Katie Holmes aus der Serie "Dawson's Creek" findet großen Spaß an der Rolle einer reichen Kleinstadt-Schlampe. Sie ist es auch, die später tot im Wasser treibt. Annie wird, während die Suche nach der Verschwundenen noch andauert, immer wieder von Visionen ihres nackten weißen Körpers gepeinigt, der manchmal schwerelos in der Luft zu schweben scheint. Ihre Hinweise ermöglichen es der Polizei, die Leiche aus dem Sumpf zu ziehen - aber im Gegenzug beginnt nun leider der Plot, langsam im Sumpf zu versinken. Der Redneck-Schläger steht als Mörder vor Gericht, und die Verteidigung konzentriert sich darauf, Annies Gabe in Zweifel zu ziehen - dabei ist es für die Schuldfrage im Grunde herzlich egal, wie die Leiche nun genau gefunden wurde. Das fällt jedem sofort auf, der schon mal einen Gerichtsfilm gesehen hat - nur den Drehbuchautoren offenbar nicht. Als der Mann verurteilt ist, meldet sich Annies Gabe wieder: Das Buch stammt vob Billy Bob Thornton und seinem Jugendfreund Tom Epperson, mit dem er fast immer schreibt. Obwohl es offensichtlich nicht ihre Stärke ist, schlüssige Krimi-Plots zu erfinden, ist Billy Bob Thornton doch als Autor mindestens so interessant wie als Schauspieler. Sechs seiner Werke wurden bisher verfilmt, für "Sling Blade" bekam er einen Drehbuch-Oscar. Eine Kleinstadt im Süden, wo er selbst herstammt, ist stets der Fluchtpunkt dieser Geschichten, seine Mutter war selbst eine Wahrsagerin - es geht stets um mehr als die sichtbare Wirklichkeit. Die Gewalt der Männer gegenüber Frauen und Kindern ist sein großes Thema, das war der Schlüssel zu "Sling Blade" und es dominiert auch hier. Ein Thema übrigens, das Billy Bob Thornton auch im wirklichen Leben heimsucht: Mindestens eine seiner vier gescheiterten Ehen endete mit dem polizeilichen Verbot, sich Frau und Kindern jemals wieder zu nähern. Seine Figuren sind oft gefährlich nah an Südstaaten-Stereotypen, aber man spürt eine Ehrlichkeit und Dringlichkeit dahinter, die sie doch wieder faszinierend macht. Dies ist - zusammen mit den Schauspielern und der eleganten Regie von Sam Raimi - am Ende die größte Stärke von "The Gift". Die größte Schwäche liegt darin, dass auch die Zuschauer inzwischen eine Gabe haben nämlich die Fähigkeit, in die Zukunft eines Drehbuchs zu schauen, das zu sehr auf bekannte Tricks vertraut. - Tobias Kniebe http://www.sueddeutsche.de/index.php?url=/kultur/kino/leinwand/26135&datei=index.php |
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Die Welt Cate Blanchett ist Annie, die gute Seele des Südstaatenörtchens Brixton, die als Witwe mit ihren eigenen Söhnen nicht klarkommt. Mit Hilfe ihrer "dunklen Gabe" verhaftet die Polizei den gewalttätigen Donnie Barksdale (Keanu Reeves) als Mörder der schönen Jessica. Doch häufen sich Annies Ahnungen, dass der wirkliche Täter noch nicht gefunden ist. Regisseur Raimi bringt reichlich Wind-, Nebel- und Regenmaschinen zum Einsatz. Tote Frauen starren aus moosbehangenen Baumkronen, ein Mann spielt Geige an einem dunstigen Waldsee, die tote Großmutter tritt zwischen den weißen Laken auf der Wäscheleine hervor: eine gemächliche, aber stimmungsvolle Mischung aus Horror und Krimi. - DW |