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Die Presse (10. Mai 02) Baseballtrainer am Rand der Koffeinvergiftung
Kollektive Leibesübungen eignen sich bestens als Demonstrationsobjekt staatsbürgerlicher Tugenden. Im Spiel wird ein Haufen von Individuen idealerweise zur Gemeinschaft. Werte wie Toleranz, Solidarität, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen machen aus Team-Sportarten eine Schule des Lebens wie des Charakters. Conor O'Neills sportliche Betätigung beschränkt sich schon seit langem aufs Wetten. Leider setzt er dabei regelmäßig aufs falsche Team, weswegen ihm gleich zwei Parteien, denen er größere Summen schuldet, nach dem Leben trachten. In seiner Not wendet er sich an einen Jugendfreund, der es als Banker zu Geld gebracht hat. Der verdonnert ihn dazu, ein Kinder-Baseballteam in einer Chicagoer Sozialsiedlung zu trainieren - und schon nimmt die rührende Geschichte ihren Lauf. Hilfreiche Underdogs
In der Rolle O'Neills zappelt ein hochnervöser Keanu Reeves durch den Film. Sein Hang zu fahrigen Gesten erreicht hier ein bis dato nicht gekanntes Ausmaß, er erinnert nicht nur aus der Ferne an einen Hampelmann. Reeves' Vorstellung des schwer gestreßten, hysterischen Mannes mit dünnem Nervenkostüm und Koffeinüberdosis läßt sich durchaus goutieren. Vor allem in der gut funktionierenden Interaktion mit den - allesamt überzeugenden - Kindern sieht seine aus Not geborene Ungeschicklichkeit nett aus. Man glaubt ihm den Verlierer, der versucht, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Die ganze Resozialisierungsmaßnahme verdankt sich natürlich dem Engagement eines Parade-Kapitalisten. Es bleibt der fade Beigeschmack, daß hier der weiße Mann als Retter die verlorenen schwarzen Söhne einer vaterlosen Generation auf den rechten Weg führt. als http://www.diepresse.at/default.asp?channel=k&ressort=kf&id=287036 |
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grasboeck.com INHALT:
Am liebsten würde er auf dem Turnschuh kehrt machen. Doch da hilft nichts - er muß seinem Freund bei dessen sozialem Projekt helfen, wenn er weiter Geld sehen möchte. Obwohl ihn die Jungs schnell annehmen und sichtlich Freude am Training bekommen, ist Conor weiter entschlossen, bei nächster Gelegenheit auszusteigen. Doch fast unbemerkt wird auch er Teil des Teams, ob er will oder nicht. Er lernt Mütter kennen, die attraktive Lehrerin (Diane Lane) und seine kleinen Sportler näher. Langsam bekommt er auch finanziell etwas Luft. Doch dann überstürzen sich die Ereignisse: Schießereien im Viertel, neue Wetten - und? Kann unter den Umständen aus einem Looser ein Winner werden? FILM-INFO:
Von Diane Lane würde man gerne etwas mehr sehen. Seit zartem Alter von sechs Jahren steht sie auf der Bühne. Auf der Leinwand sah man sie in Judge Dredd (noch brünett), Jack, Cotton Club, Mord im Weißen Haus, Der Sturm und Das Glass Haus. Dennoch ist sie noch nicht sehr bekannt. In Unfaithful (demnächst) spielt sie neben Richard Gere die Hauptrolle. Weiter treten auf: John Hawkes, D.B. Sweeney, Mike McGlone, Graham Beckel, DeWayne Warren, Julian Griffith, u.a. Aus über 600 Kindern wurde etwa die Hälfte in einem Baseball-Camp trainiert, 40 bekamen dann Auftritte im Film. Regisseur Brian Robbins (zwei Söhne) inszenierte schon manche Filme mit Kindern und zeigt auch hier Geschick. Hauptsächlich arbeitet er sonst als Produzent und Regisseur fürs Fernsehen. Im Kino war 2000 Ready to Rumble. Dem Film liegt Daniel Coyle´s Buch "Hardball: a season in the projects" zugrunde, das er nach eigenen Erfahrungen schrieb. Der "schwarze" Soundtrack ist voll Musik von Mark Isham [Columbia/Sony]. Zu Isham´s Arbeiten gehören: Made in Amerika und der Reeves-Film Gefährliche Brandung. Reinhören mgl. auf der Sony Homepage www.sonymusic.de/disc.php?id=1032279&cat=504876&lang=deu&ze=sqh. KRITIK: *****(**)
Die Story allerdings ist altbekannt, wenn man sich auch bemüht, sie neu umzusetzen, was teilweise sogar gut gelungen ist. Nur schade, daß sich hier kaum jemand für schwarze Jungs, die Baseball lernen, interessieren dürfte, wobei "Farbe" kein Thema ist. Ein kleiner Aspekt am Rande ist der Eindruck, dass die Amerikaner, die gerne in der ganzen Welt Polizei spielen, anscheinend mit der offenen Kriminalität in den eigenen Hinterhöfen nicht fertig werden.
http://www.grasboeck.com/entertainment/kinopalast/hardball.html |
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City (Stadtzeitung für Wien) Story
Stars
Regie
Popcorn
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Süddeutsche Zeitung (10. Mai 02) Der Müll vom Baseballfeld
Was die siebziger Jahre für das Kino bedeutet haben, vergisst man leicht. Bei all den Blockbustern und aufgeregten Beziehungsfilmen, die in den vergangenen Jahrzehnten die Kinos füllten, weiß man kaum mehr, wie das war, als Verlierer und leicht Wahnsinnige die Leinwand bevölkerten, ihnen zuzusehen, wie sie immer verlorener oder vollends wahnsinnig wurden. Manchmal wird man heute daran erinnert, und sofort wieder eingeholt von jener Sentimentalität, die diese Filme damals schon mit sich brachten: die Trauer über das unabwendbar böse Ende, das es mit allen nehmen wird, die ihren konventionellen Lebensweg ablehnen zugunsten einer unsteten Wanderung an den Grenzen des Erlaubten. Hardball ist ein Film, der solche Erinnerungen aufruft – erstaunlicherweise, denn es geht hier um ganz andere, auf den ersten Blick nicht sonderlich vielversprechende Dinge. Es geht um Sport, um das zähe Uhrwerk des Baseballspiels, es geht um eine triste Kindermannschaft und um Armut und Unglück überhaupt am Rand der amerikanischen Großstadt. Am Ende wird all das in eine Art allgemein verträgliches, mittelgroßes Glück umgewandelt, und auch da stimmt nichts mit den Filmen der Siebziger überein, in denen die Lösungen selten von Vernunft bestimmt waren. Trotzdem bleibt die Atmosphäre vertraut. Vielleicht liegt das an der ersten Hälfte des Films, vielleicht sogar am Hauptdarsteller Keanu Reeves. Reeves ist nicht der Mann, der in letzter Zeit besonders häufig in familienfreundlichen Filmen mitgespielt hat. Hier aber lässt er sich zum Coach einer Baseballmannschaft im Rahmen der sozialen "Projects" machen, wozu es im Film natürlich erst einer Erpressung bedarf. Denn bevor er die Kinder managt, ist Reeves ein Hustler-– einer jener Männer, die in Lederjacken leben, undurchsichtige Geschäfte machen und Geld auf alles setzen, worauf man wetten kann. Da ist er immer ganz knapp hinter dem Hauptgewinn und den Schlägern seiner Gläubiger nur einen Sprung voraus. Aber die Art, wie Reeves sich hier bewegt, hat gar nichts mit dem Image des tough guy gemein, das er sich sonst so gern überzieht. Sein fahriger Optimismus scheint in den Bildern zu vibrieren, seine entschlossene Gleichgültigkeit zwingt auch die Kinder aus den Slums, diesen Weißen zu mögen, der sie auf dem Spielfeld nicht antreibt, sondern lieber mit seinem Buchmacher telefoniert. Nach einigen Episoden im halbkriminellen Milieu verwandelt sich die Geschichte jedoch allmählich: Das Chaos weicht der Verantwortung, die Heiterkeit des losers dem Ernst der sozialen Aufgabe. Aus Spielern werden gute Menschen. Trotzdem bleibt man gefangen in Hardball - in der Originalfassung jedenfalls -, denn das Milieu der Kinder wirkt authentisch, und sie benehmen sich so unspektakulär, dass man bereit ist, ihnen weiter durch die Slums zu folgen, übers vermüllte Spielfeld bis hin zu einem tränenschweren Abschied. Dabei lernt man manches über die Lebensgewohnheiten schwarzer Randgruppen in den USA - Regisseur Brian Robbins hat bereits 1995 Dokumentationen über die HipHop-Szene in Compton und Brooklyn gedreht. Nun schaut man ihm gern zu, wie er es hinkriegt, düstere Realität so beiläufig mit den märchenhaften Themen des Sportfilms zu verschmelzen und gleichzeitig aus einem gewissenlosen Spieler den Liebling der Lehrerin zu machen. DORIS KUHN |
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Pole Position Als Bedingung Hilfe bei der Rückzahlung seiner Wettschulden zu bekommen, nimmt Conor O'Neill (Keanu Reeves), widerwillig den Job als Coach eines Kinderbaseballteams im finstersten Ghetto Chicagos an. Die Begeisterung und das blinde Vertrauen, das ihm von den Jugendlichen entgegengebracht wird, ändern den Blickwinkel auf sein Leben und seine Einstellung zu anderen Menschen. Nach dem Buch von Daniel Coyles, in dem er seine Erfahrungen als Trainer eines Little-League-Baseballteams in dem berüchtigten Cabrini-Green-Wohnprojekt von Chicago beschreibt, drehte Regisseur Brian Robbins einen Mix aus "Die Bären sind los" und "Gegen jede Regel". Die darstellerische Leistung von Keanu Reeves verhindert, dass dieses emotionsgeladene Baseballdrama in den Kitsch abrutscht. |
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Kurier Baseball als Rettungsanker im beinharten Ghettoalltag. Das Wichtigste im Leben ist es, sich allen Herausforderungen zu stellen“. So lautet der US-Slogan dieses mitreißenden Dramas. Ein Spieler namens Conor O’Neill (Keanu Reeves) ist die Zentralfigur. Bei seinen Sportwetten hat er so oft aufs falsche Team gesetzt, dass es allmählich gefährlich für ihn wird. Seine Gläubiger fordern ihr Geld mit Fausthieben ein. Ein reicher Yuppie-Freund hilft Conor aus der Patsche – wenn der sich im Gegenzug dazu verpflichtet, das Training einer Baseball-Mannschaft für schwarze Kids aus dem Ghetto zu übernehmen. Baseball und Kinder? Nach europäischen Kinoregeln ist so eine Kombination pures Kassengift. Hier nicht. Der Film fasziniert jeden, der keine Ahnung hat, warum beim Baseball mit Holzprügeln auf Bälle gedroschen wird. Das liegt zunächst an Keanu Reeves. Er spielt einmal mehr seinen Traumpart eines coolen Burschen mit Rüpel-Fassade und ganz viel Herz. Je stärker er sich seinen rotzfrechen Jungsportlern verbunden fühlt, um so mehr wächst auch die Sympathie des Publikums. Großartig ist das Drehbuch, das sich nicht auf die übliche Sportfilm-Story verlegt, den Aufstieg von Underdogs zu heroisieren. Der Film blickt in die Welt der Kids, die in den Slums von Chicago im Slalom zwischen Armut und Gewalt überleben müssen. „Hardball“ setzt, wo immer es geht, auf positive Emotionen. Doch Regisseur Brian Robbins scheut nicht davor zurück, den Zuschauer in überraschenden Momenten mit knallharten Tragödien zu konfrontieren. Fazit: Eine tolle Geschichte um Freundschaft und Lebensmut auf der Schattenseite der Stadt. |