Helden aus der zweiten Reihe : Kritiken

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Cinema (Juni 01)

Ein Streik der Football League wird für einen Haufen Verlierer zur ganz großen Chance.

Manchmal wünscht man sich, an der Kinokasse läge Sekundärliteratur aus. Etwa, wenn es um American Football geht. Wer weiß schon, welchen Job ein Quarterback hat und warum alle jubeln, wenn die behelmten Kolosse statt ins Tor über die Querlatte schießen? Macht gar nichts, meint Produzent Dylan Sellers: "Hier geht es mehr um gewöhnliche Burschen, die ihre Träume verwirklichen."

Wohl wahr. Und um der Story folgen zu können, braucht man ohnehin keine Sekundärliteratur: Als die Stars der National Football League streiken, suchen sich die Clubs Ersatzspieler. Bei den Washington Sentinels trommelt Alt-Trainer McGinty (Gene Hackman) einen Haufen Verlierer zusammen - wie Ex-Football-Star Shane (Keanu Reeves), den trinkfesten Waliser Nigel (Rhys Ifans), den psychopathischen Cop Daniel (Jon Favreau), dazu ein paar Knackis, Sumo-Ringer und einen Leichtathleten, der rennen, aber nicht fangen kann.

Der Ehrgeiz der Autoren bestand offenbar darin, Originalität tunlichst zu vermeiden. Denn dass McGinty seine Nieten zum Sieg führen wird, ist so augenfällig wie Keanus Schulterpolster. Wenigstens nimmt sich der Film nicht so ernst:

In der witzigsten Sequenz landen die Macho-Helden nach einer Schlägerei im Knast und tanzen zur Discohymne "I Will Survive" Formation. Touch-down! Karl-Heinz Schäfer

Bewertung: Daumen nach rechts (mittel). Anspruch: 0 Sterne, Spannung, Action, Humor und Erotik jeweils 1 von 3. Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie Die Bären sind los und American Wildcats mochten.

http://www.cinema.de/film/details/0,1501,321591_inhalt,00.html

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RAY (Sommer 01)

Helden aus der zweiten Reihe

USA, 1987. Die Washington Sentinels müssen drei der vier verbleibenden Spiele der Saison gewinnen, um in die Play-Offs zu kommen - aber die Spieler streiken. In seiner Not rekrutiert Coach McGinty heruntergekommene, ehemals erfolgversprechende Football-Spieler, die so eine zweite Chanc erhalten. Mannschafts-Kapitän ist Quarterback Shane Falco, der die Sentinels mit Unterstützung einer Ex-Stripper-Truppe als Cheerleader zu neuem Ruhm führen will.

Der Streik der National Football League-Spieler von 1987 ist in den USA ein Stück nationaler Identität, das früher oder später verfilmt werden musste. Professionelle Spieler kündigten damals ihre Verträge und gingen für freie Vermittlung auf die Barrikaden. Die Clubs öffneten im Gegenzug Amateuren die Türen. Jene kurzfristig angeheuerten Ersatz-Helden spielten Football mit der Leidenschaft greifbar gewordener Träme und dem Mut der Verzweiflung. Sie taten ihren Job - nur um ihn wieder zu verlieren, sobald die Profis ihren Streik niederlegten.

The Replacements (Helden aus der zweiten Reihe) macht aus den streikenden Profis verzogene Prinzen, die keine anderen Sorgenhaben als etwa die Versicherungssumme ihres Ferraris. So wenig Sympathie auf der einen Seite für die Profis gezeigt wird, so wenig Interesse bekundet der Film andererseits für die Amateure: die Frage, was aus jenen Ersatzspielern geworden ist, bleibt offen

American Football an sich wird für ein europäisches Publikum, das die Regeln nicht kennt, schnell langweilig. Wie Oliver Stone mit den leinwandwirksamen Aufnahmen von Any Given Sunday (An jedem verdammten Sonntag, 1999) jedoch bewies, lässt sich die Spannung des Spiels auch für Nicht-Kenner übersetzen. Stones Mischung aus den Großaufnahmen der Kampfszenen und den dazwischen geschnittenen Details (Maskottchen, Popcornverkäfer, schreiende Fans, Reporter etc) gelang es, die Körperlichkeit des rauen Männerterrains Football zu vermitteln. Howard Deutchs The Replacements dagegen hält stets sichere Distanz zu den Spielern und langweilt mit in der Totale gefilmten Schlachtenbildern, einfachen Witzen und einer plakativen Song-Auswhal (I will survive), die jede Gefühlsregung für den "slow Joe in the last row" betoniert. Getreu dem Werbeslogan des Films: "Throw the ball. Catch the girl. Keep it simple." - Claudia Trinker

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Prisma-Online.de

Helden aus der zweiten Reihe

Die Football-Saison neigt sich ihrem Ende zu. Ausgerechnet vor der Playoff-Runde beschließen die hochbezahlten Spieler der Washington Sentinels einen Streik: Sie wollen noch mehr Geld. Vereinsbesitzer Edward O'Neil ist nicht bereit, auf die Profitsucht seiner "Football-Diven" einzugehen. Kurzerhand ruft er den Ex-Team-Coach Jimmy McGinty aus der Rente zurück und lässt ihn eine Ersatz-Mannschaft aufstellen. In dem Not-Team versammelt McGinty eine ganze Riege von wenig erfolgreichen, dafür aber umso exzentrischeren Sportlern. Wie etwa Shane Falco, der zu Collegezeiten ein umjubelter Quarterback war, aber wegen Verletzung und mangelnder Nervenstärke seine Karriere frühzeitig an den Nagel hängte. Jetzt soll er die chaotischen Mannschaftskollegen mitreißen. Nach ersten Startschwierigkeiten siegt die Leidenschaft der sportlichen Nobodies über die kalte Berechnung der Profis...

Football-Filme sind in, und das sie auch gut sein können, zeigte Oliver Stone in seinem Drama "An jedem verdammten Sonntag". Howard Deutch dagegen will hier eine Sportkomödie im Stile der "Indianer von Cleveland" hinlegen. Doch die Story verfügt weder über einen Spannungsbogen noch ist sie wirklich witzig. Nicht ein einziges Football-Klischee lässt der Film aus. Brutale Rempeleien auf dem Spielfeld sind als witzig-spritzige Actionszenen gedacht, ziehen sich jedoch zu sehr in die Länge. Allzu seicht, allzu konventionell auch die Romanze zwischen Keanu Reeves und dem Ober-Cheerleader Annabelle. Selbst First-Class-Stars wie Gene Hackman und Keanu Reeves bieten wenig Trost: Deutchs Werk ist ein Film aus der zweiten Reihe.

Bewertung: Belanglos

http://www.prisma-online.de/tv/film.html?mid=2000_helden_aus_der_zweiten_reihe

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Berliner Zeitung

Männer und Testosteron

Das muss ja böse enden: "Helden aus der zweiten Reihe", ein Film über echte Kerle und Sport

Gene Hackman hat einst zwei Oscars gewonnen. Das verpflichtet - da gibt man alles, und zwar für jede Rolle, auch für die eines Football-Trainers. Da trägt man sogar lächerliche Strohhütchen und karierte Tweedsakkos, für die man eigentlich lebenslanges Flohmarkt-Verbot bekommen müsste. Da zwickt man die Äuglein zusammen, legt die Stirn in Falten, ballt die Faust und sagt selbst Sachen wie: "Ein richtiger Mann gibt seine Angst zu." Oder auch: "Ein richtiger Mann hat Herz", und schlägt sich vor die Brust wie ein Gorilla. Genau dahin, wo das Herz ist.

Richtige Männer gibt es reichlich in dem Sportfilm "Helden aus der zweiten Reihe". Sie spielen American Football, diese richtigen Männer, aber sie rauchen auch Kette und saufen. Sie essen Eier, bis sie furzen; sie kotzen aufs Spielfeld und schlagen sich abends in der Kneipe mit anderen Footballspielern. Am nächsten Morgen haben sie einen Kater und blaue Augen und lachen ganz laut über so viel Amüsement.

"Helden aus der zweiten Reihe" heißt im Original "The Replacements", weil die abgehalfterten Spieler, die der Coach Hackman um sich schart, die streikenden Profis eines Footballteams mitten in der Saison ersetzen sollen. Während die etablierten Stars als verwöhnte Millionäre dargestellt werden ("Haben Sie eine Ahnung, was die Versicherung für einen Ferrari kostet?"), sind die Ersatzspieler allesamt nette Verlierer mit ein paar kleinen Schrullen wie Spielsucht, Alkoholismus, einer Neigung zu überflüssiger Gewalt oder einer Vorliebe für den Gebrauch von Schusswaffen. Frauen haben hier endlich die Rollen, die ihnen nach Ansicht besonders widerlicher Männer zustehen: sie sind Stripperinnen oder Cheerleader. Schon das Modell Ehefrau scheint diesem Film zu anspruchsvoll. Immer wieder wird dasselbe Mantra wiederholt: "Mädchen spielen dieses Spiel nicht."

Aber so ist das wohl mit Sport im Spielfilm, jedenfalls meistens: Männer und Testosteron unter sich - das muss ja böse enden. So stellt der (neuerdings in US-Komödien scheinbar unvermeidliche) Orlando Jones als Passempfänger Folgendes fest: "Hey, Coach, ich habe das Gefühl, ich hätte einem Elefanten einen runter geholt" - dies, nachdem er Leim auf die Handschuhe geschmiert bekam, weil er immer wieder die Bälle fallen ließ.

Manchmal kann so ein hirnloses, sich nicht um Anstand oder Anspruch scherendes Machwerk von Film ja geeignet sein für niveaulose Unterhaltung an einem trüben Sonntagnachmittag. So war das bei "Die Indianer von Cleveland" oder auch bei "Slap Shot" mit Paul Newman als Eishockey-Spielertrainer. Doch so verhält es sich leider nicht mit "Helden in der zweiten Reihe". Die Klischees sind so ausgelutscht, die Dialoge so vorhersehbar, die Witze so unterbelichtet, dass irgendwann der Moment naht, in dem man sich fragt, ob dieser Film nicht vielleicht doch mehr ist als nur ein abgrundtief dämliches, grauenhaft rückständiges und dummdreist unkomisches Verbrechen am Zuschauer. Irgendwann ist einfach nicht mehr zu verstehen, dass erwachsene Unternehmer, die noch halbwegs bei Verstand sind, einen achtstelligen Dollar-Betrag aufbringen, um etwas so unglaubliches herzustellen. Spät mag er kommen, dieser Moment, aber er kommt. Spätestens dann, wenn die letzte, entscheidende Aufholjagd ansteht und Keanu Reeves als Football-Quarterback sein Team um sich schart, um es zu motivieren: "Der Schmerz vergeht und die Mädels stehen auf Narben", bellt Reeves in die Runde, "aber Ruhm und Ehre, das hält ewig."

Ruhm und Ehre? Dafür, dass man ein Leder-Ei über eine Wiese befördert? Dafür, dass man sich von übergewichtigen Anabolika-Süchtigen umrennen lässt? Aber womöglich ist diese Orgie billiger Weisheiten ja ein besonders perfider Angriff auf die amerikanische Gesellschaftsordnung? Soll dieses Sperrfeuer aus reaktionären Klischees gar systematisch die unerschütterliche Naivität des Durchschnittsamerikaners erschüttern? Wenn dem tatsächlich so sein sollte, dann war die subversive Strategie ein Reinfall: In den USA wollte kaum jemand "The Replacements" sehen, und das Land macht weiterhin einen ganz stabilen Eindruck. - Thomas Winkler

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Berliner Kurier

Ein Haufen Versager auf Erfolgskurs

Howard Deutchs Football-Film "Helden aus der zweiten Reihe" könnte auch bei uns ankommen.

Die Verschmelzung von Rugby und Soccer führte gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur neuen Sportart American Football. So begann bereits 1890 in den USA die Ära des Profi-Football, doch richtig populär wurde das Spiel erst nach Ende des II. Weltkriegs mit der zunehmenden Verbreitung des Fernsehens.

Hier zu Lande fristet der knallharte, uramerikanische Sport um Raumgewinn jedoch immer noch ein Mauerblümchen-Dasein. Zwar gibt es längst eine eigene Liga, und die Zuschauerzahlen in den Stadien sind zum Teil recht ansprechend, es fehlen nur die echten Stars, die charismatischen Werbeträger und damit die DM-Millionen finanzkräftiger TV-Anstalten. In den USA hingegen, wo eingefleischte Tribünenhocker die Jahreszeiten nach ihren Lieblingssportaten Eishockey, Baseball, Basketball und Football einteilen, ist das Gerangel um das Lederei derart populär, dass regelmäßig Spielfilme zum Thema entstehen.

Nur wenige davon laufen in Deutschland überhaupt an - und wenn, dann werden sie, trotz bester Besprechungen, vom Publikum meist mit Missachtung gestraft, wie zum Beispiel jüngst Oliver Stones grandios-gnadenlose Nabelschau "An jedem verdammten Sonntag".

Dass nun dennoch die Football-Komödie "Helden aus der zweiten Reihe" in unsere Lichtspielhäusern kommt, dürfte vor allem an der Person von Keanu Reeves liegen. Der 36-jährige gebürtige Libanese gehört nämlich spätestens seit dem Erfolg von Matrix (1999) zu Hollywoods Superstar-Riege - und sein Name allein recht wohl aus, um auch bundesdeutsche Filmfans in Scharen vor die Leinwand zu locken.

Zudem ist da noch Regisseur Howard Deutch, der zuletzt 1998 mit der Lemmon-Matthau-Komödie "Immer noch ein seltsames Paar" sein inszenatorisches Talent unter Beweis gestellt, und auch hier mit durchaus gefälliger, kurzweiliger Kinokost unterhält. Nach einem flüssigen Drehbuch von Routinier Vince McKewin (Amy und die Wildgänse) entwickelt er seine Geschichte um eine Hand voll gebrochener Charaktere, die aus ihrem tristen Alltag ausbrechen und es endlich einmal wissen wollen. Auf der einen Seite steht der ebenso gutmütige wie erfahrene Coach Jimmy McGinty - stets eine Bank: der zweifache Oscar-Preisträger Gene Hackman -, der aus einem Haufen Versager ein schlagkräftiges Ersatz-Team für die streikende A-Mannschaft zusammenstellen soll.

Ihm gegenüber die Spieler, allesamt Prachtexemplare der Gattung charismatische Exzentriker. Quarterback Shane Falco (Reeves) etwa war ein vielversprechendes College-Talent, bis er wegen einer schweren Niederlage den Glauben an sich selbst verlor. Verteidiger Daniel Bateman (Jon Favreau) dagegen schlägt als Polizist gern mal über die Stränge, und Stürmer Nigel Gruff (Rhys Ifans) ist hauptberuflich ketten-rauchender Kneipengast und nebenbei Weltklasse-Fußballer.

Ergänzt wird das kuriose Ensemble unter anderem durch einen Sumo-Ringer, zwei schwarze Bodyguards, einen Priester und einen Gehörlosen... Während Oliver Stone ein seinem Opus Football mit Krieg gleichsetzt, baut Deutch ganz konventionell auf die Spannung, die der Sport selbst zu bieten hat. Das heißt: mißlungene Spielzüge, heimtückische Fouls und der übliche Gewinin in letzter Minute.

Im Endeffekt sind es aber nicht die komplizierten Geschehen auf dem Feld, die den Zuschauer bei der Stange halten, sondern der schlitzohrige Humor, der vor allem aus dem Aufeinandertreffen verschiedenster Lebenswelten entsteht. So ist "The Replacements", so der Originaltitel, im Ergebnis ein hintersinniger Sportfilm voller gelungener Gags, versehen mit temporeichen Action- und Spielszenen sowie einer angenehm unaufdringlichen Romanze zwischen Cheerleader Annabelle - Brooke Langton aus Swingers - und Shane, der nicht zuletzt durch ihre Hilfe seine alte Form wiederfindet. - Gebhard Hölzl

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viva.tv

The Replacements

Die Sportkomödie ist ein US-Phänomen, das wie Popcorn und Coca-Cola fest in der amerikanischen Popkultur verankert ist. Einen weiteren Eintrag in Hollywoods Athleten-Annalen liefert nun Regisseur Howard Deutch ("Pretty In Pink"):

Das fiktive Footballteam der "Washington Sentinels" streikt für höhere Gagen. Ihr Besitzer (Jack Warden) sieht sich darum gezwungen, Ersatzspieler zu engagieren - die Mannschaft ist nämlich nur vier Spiele und drei Siege von der Playoff-Runde entfernt. Er holt seinen ehemaligen Trainer Jimmy McGinty (Gene Hackman) aus der Rente, der in Windeseile aus ausrangierten Footballexzentrikern ein Team zusammenstellt, bestehend aus:

Einem Sumo-Ringer, einem begnadeten kettenrauchenden Fußballer (der Waliser Rhys Ifans, der in "Notting Hill" Hugh Grants skurrilen Wohngenossen Spike mimte), einem übereifrigen Cop, zwei schwergewichtigen Bodyguard-Brüdern, einem Born-Again-Christen, einem tauben Linebacker, einem Sträfling, einem Schnellsprinter (Orlando Jones von "Mad TV") - und schließlich einem gescheiterten Quarterback, der seine große Chance verpasst hat: Bootreiniger Shane Falco (Keanu Reeves)...

Es fehlt zwar die mitreißende Sportgewalt von "Any given Sunday", trotzdem können die Ersatzspieler mit viel Charme überzeugen. Die obligatorische Romantik kommt übrigens in Gestalt von Brooke Langton, die als Cheerleaderin mit Nebenjob im Stripschuppen Reeves becirct. <se>

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Wiener Zeitung

Helden aus der zweiten Reihe

Eigentlich will sie ja keiner haben, diese Ersatzmänner, diese "Spieler aus der zweiten Reihe". Doch da brechen Football-Profis, knapp vor der entscheidenden Runde, einen Streik vom Zaun, weil die verwöhnten Knaben mehr Geld wollen. Nicht mit mir, denkt der Eigentümer der Washington Sentinels, holt einen ehemaligen Trainer aus dem Ruhestand und einen Haufen Versager "aus der Versenkung". Ein riskantes Unternehmen, doch - was keiner geglaubt hatte - es klappt.

Schwungvoll, glänzend gespielt, unterhaltsam, ein bisschen pathetisch, ein bisschen sentimental, komisch und rührend zugleich, versteht es der Film, das Publikum zu fesseln, es mit diesen Menschen, die da einmal im Mittelpunkt stehen, einmal die ganz großen Sieger sind, mitzittern zu lassen.

http://www.wienerzeitung.at/

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Noen.at

Keanu Reeves und Gene Hackman in einem Football-Film.

In einem Land, in dem Football ein Nationalsport ist, gleicht es einem Weltuntergang, wenn die Mannschaft vier Spiele vor der Playoff-Runde in Streik geht. Doch die Washington Sentinels wollen einfach mehr Cash. Das wiederum ist ihr Besitzer nicht zu zahlen bereit und so kommt Plan B zum Zug. Innerhalb einer Woche soll der legendäre, bereits pensionierte Trainer Jimmy McGinty ein Ersatzteam zusammenzustellen. Und so tummelt sich schon bald eine illustre Truppe auf dem Spielfeld!

Der als Quarterback einst wegen seiner mangelnden Nervenstärke ausrangierte Shane Falco ist ebenso mit von der Partie wie der kleinkriminelle Clifford - der übrigens keine Bälle fangen kann. Außerdem wären da noch ein durchgeknallter Cop, ein selbst am Spielfeld kettenrauchender, walisischer Ex-Fussballer sowie ein Häftling, ein Tauber, ein Sumo-Ringer und zwei Bodyguards. Unterstützt werden diese "Helden" übrigens von einer ähnlich ungewöhnlichen Cheerleader-Truppe: exotischen Striptease-Tänzerinnen. Und wenn es an Spieltechnik auch mangelt, das Publikum ist jedenfalls begeistert von den unkonventionellen Spielern.

Für possenliebende Sportfans!

http://www.noen.at/Pubs/Kino/kino-78409.shtm

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Krone

Die Footballprofis der Washington Sentinels treten in Streik - sie wollen mehr Geld... Doch der neue Coach McGinty (G. Hackman) hat noch einige Asse im Ärmel, genauer gesagt stellt er eine bunt gemischte Mannschaft aufs Feld: einen Ex-Spieler (K. Reeves), der Angst vorm Versagen hat, einen walisischen Fußballprofi (R. Ifans), einen Häftling (M. Jace), einen Sumo-Ringer (A. Yonamine) und noch einige andere schräge Typen. Na dann: viel Glück!

Das kann man auch dem Film wünschen, denn er ist äußerst einfach gestrickt. Die Chancenlosen holen sich wieder mal den Ruhm - vorher müssen sie noch über einige Hürden hüpfen... Viel Pathos allemal, mit hörenswertem Soundtrack unterlegt.

http://www.krone.at/

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Spielfilm.de

Subtile Subversivität zeichnet die Sportlersatire "Helden aus der zweiten Reihe" in erster Linie aus. Ohne platte Hau-Drauf-Komik gelingt es dem Film auch diejenigen zum Lachen zu bringen, welche die vielen Seitenhiebe auf die Welt des American Football nicht verstehen. Denn zu den großen Qualitäten des Films gehört es, dass die Witze auch ohne den Hintergrund ihr Potential entfalten.

Kurz vor dem Beginn der Play-Offs in der National Football League, beginnen die geldgeilen Profis der Washington Sentinels einen Streik. Von soviel Frechheit überrascht greift der ergraute Besitzer des Teams zum letzten Strohhalm: der alte Trainer-Fuchs Jimmy McGinty soll mit einer eiligst zusammengestellten Ersatztruppe die Kohlen aus dem Feuer holen. Also schleudert er eine seltsame Manschaft, bestehend aus dem Ex-Quaterback Shane Falco, dem sprintstarken aber fangschwachen Clifford Franklin, dem rabiaten Psycho-Polizisten Daniel Bateman, dem ehemaligen walisischen Fußball-Profi Nigel "The Leg" Gruff, dem Knast-Urlauber Earl Wilkinson und dem Sumo-Ringer Jumbo Fumiko, auf den Trainingsplatz sowie in die Spiele.

"Helden aus der zweiten Reihe" präsentiert die übliche Geschichte der Underdogs, die ihre Chance erhalten und sie nutzen. Howard Deutsch begnügt sich aber nicht damit, sondern flechtet viele hintersinnige Gags ein. Wenn völlig alberne Spielzüge dennoch zum Erfolg führen und von den Kommentatoren als neue Taktik analysiert werden, ist das bereits durch die gute Inszenierung allein höchst amüsant, untergräbt aber auch die Taktikhörigkeit dieses Sports. Darüber hinaus nimmt sich der Film auch heilige Kühe wie die Cheerleader vor, welche in der Realität zwar immer sexy aussehen, aber sonst asexuell dargestellt werden. So wäre die Szene, bei der Shane Falco eine Cheerleaderin öffentlich küsst, im echten Amerika undenkbar, und es geht in "Helden aus der zweiten Reihe" noch heißer zu. Unterstützt wird das Anliegen durch eine feine Musikauswahl, welche die einzelnen Sequenzen geschickt kommentiert oder unterstreicht. - Stefan Dabrock

http://www.spielfilm.de/

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Cinezone.com

Innerhalb der Spielrandlinien

Die National Football League strebt ihrem Saisonhöhepunkt, der Playoff-Runde, entgegen. Ausgerechnet in dieser kritischen Phase zettelt das Team der Washington Sentinels einen Streik an. Die raffgierigen Stars wollen noch mehr Geld, und sind bereit, ihre Forderungen mit drastischen Maßnahmen durchzusetzen. Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Reaktionen, und so wendet sich Edward O'Neil (Jack Warden), der Besitzer der Sentinels, verzweifelt an den pensionierten Trainer Jimmy McGinty (Gene Hackman).

Innerhalb einer Woche soll der alte Coach ein Ersatzteam auf die Beine stellen. Das Ergebnis ist eine bunt zusammengewürfelte Truppe aus Underdogs, die völlig unverhofft ihre zweite Chance erhalten. Angeführt wird das Außenseiter-Team von Ex-Quarterback Shane Falco (Keanu Reeves), der einst wegen mangelnder Nervenstärke seine Profi-Karriere vorzeitig beendet hatte. Weiterhin rekrutierte McGinty den sprintstarken aber fangschwachen Clifford Franklin (Orlando Jones), den ungestümen Psycho-Polizisten Daniel Bateman (Jon Favreau), den ehemaligen walisischen Fußball-Profi Nigel "The Leg" Gruff (Rhys Ifans), Knast-Freigänger Earl Wilkinson alias "Smith" (Michael Jace) und Sumo-Ringer Jumbo Fumiko (Ace Yonamine).

Die Ersatzspieler stehen vor einer schweren Aufgabe: Von den nächsten vier Spielen müssen sie drei gewinnen, damit die Washington Sentinels in die Playoffs kommen. Angefeuert von reizenden jungen Damen aus dem benachbarten Strip-Lokal - die exotischen Tänzerinnen ersetzen ebenfalls streikende Cheerleader - erobert das Chaoten-Team mit seiner unkonventionellen Spielweise schnell die Herzen der Zuschauer.

Football-Filme haben hierzulande zwei Probleme. Obwohl es nicht an Bemühungen mangelt, das Wetteifern um das eiförmige Leder populär zu machen, fristet der US-Breitensport bei uns nach wie vor ein Schattendasein. Kaum jemand kennt die Regeln - was natürlich auch die Begeisterung für einen Football-Film schmälert. Erschwerend kommt hinzu, dass entschieden zu viele ähnlich gelagerte Streifen über den großen Teich schwappen und dass die meisten von ihnen nicht einmal gut sind. "Die Helden aus der zweiten Reihe" bilden dabei eine erfrischende, wenn auch nicht sensationelle Ausnahme.

Natürlich kreist man neben der Lederpille auch um die amerikanische Lebensweisheit, derzufolge es jeder schaffen kann, wenn er nur fest an sich glaubt. Amüsant wird diese Maxime aber, wenn sie ein so bunter Haufen aus ehemaligen Stars und Möchtegern-Helden zu bewahrheiten versucht. Mit spielerischer Leichtigkeit lässt Hackman das kantiges Raubein raushängen, während Reeves eine beeindruckend bodenständige Leistung als Junge von Nebenan gibt, dem die ganz große Chance auf einem Silbertablett gereicht wird.

Es sind die überzeugenden Schauspielerleistungen, die "Die Helden aus der zweiten Reihe" vorantreiben und darüber hinwegtrösten, wie klischeehaft die Charaktere und wie überschaubar die nie die klar umrissenen Spielrandlinien überschreitende Geschichte doch angelegt ist. Die streikenden Spieler sind - allen voran Brett Cullen als Quarterback Eddie Martel - reiche Gecken, die ihre Liebe zum Spiel dem Gott des Mammons geopfert haben. Die Jungs aus der zweiten Reihe aber, die noch nicht von Ruhm und Reichtum korrumpiert sind, tragen die wahre Bedeutung des Sportes noch vom Herzen auf den Rasen. Wie einfach das Leben auf der Leinwand doch sein kann.

Die Handlung basiert lose auf einer realen Begebenheit: 1987 streikten die US-Footballer tatsächlich, um ihre sattes Gehaltspolster weiter auzustaffieren. Öffentliche Angriffe auf die Profispieler waren die Folge, als die Trainer den Blick ins Amateurlager schweifen ließen. Plötzlich waren die Nobodys die Helden und die bekannten Gesichter standen im Abseits. Manche Profis kehrten reumütig zurück auf das Grün, um nicht die großen Triumphe der ausklingenden Meisterschaft am Fernseher mitverfolgen zu müssen.

Wie sich die Ersatzspieler gefühlt haben müssen, als sie mit einem Schlag im Zentrum des Interesses standen und mit Beendigung des Streiks genauso schnell wieder aus diesem verschwanden; in welchem Zwiespalt von Moral, Teamgeist und Verkommenheit sich mancher Profispieler befunden haben mag - das könnten Ansatzpunkte für ein tiefgründiges Sportlerdrama sein. Regisseur Howard Deutch strebt nicht diese Art von Film an, er will einfach unterhalten, schert sich nicht um logische Patzer und vermeidet daher konsequenterweise jede Referenz auf die tatsächlichen Ereignisse.

Hofft man einen packenden Film um die skandalträchtige Saison des Jahres '87 zu sehen, wird man zwangsläufig enttäuscht sein. Hofft man auf ein intelligentes Drama zur Frage, ob die Geldgier die Begeisterung für den Sport tötet, ebenso. Steht einem der Sinn aber nach einer flotten Sommerkomödie ohne viel Tiefgang, ist man bei den "Helden aus der zweiten Reihe" in der richtigen Gesellschaft. Und braucht keine Angst zu haben, etwas Wesentliches zu verpassen, wenn man zwischendrin einmal die Popcorntüte auffüllen geht.

http://cinezone.com/link/2/2001/2106/helden_aus_der_zweiten_reihe_kritik_index.html

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