zurück zu Helden aus der zweiten Reihe
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Westfalenpost (++)
Ö3 Movie Minute (+)
FM4 (-)
Libro Journal (+)
Süddeutsche Zeitung (++)
Rolling Stone (+)
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City (Stadtzeitung für Wien) Helden aus der zweiten Reihe Edward O'Neill, der Besitzer der Washington Sentinels, ist verzweifelt: Nur vier Spiele vor der Playoff-Runde streiken seine Football-Profis, weil sie mehr Geld wollen. Kurz entschlossen holt O'Neill den ehemaligen Trainer McGinty aus dem Ruhestand zurück. Der alte Coach soll innerhalb einer Woche ein Ersatzteam zusammenstellen: Bald tummelt sich auf dem Spielfeld ein bunter Haufen ausrangierter Exzentriker, die nur eines zusammenhält: Die Aussicht auf eine zweite Chance. Keanu Reeves als nervenschwacher Quarterback, Jon Favreau als sportlicher Psycho-Cop, Rhys Ifans als walisischer Ex-Fußballer, Michael Jace als freigestellter Sträfling, Ace Yonamine als football-spielender Sumo-Ringer und Gene Hackman als unerschrockener Coach, der einen solchen Wahnsinnshaufen trainieren will. Howard Deutch leistete mit seinem Feature-Debüt "Pretty in Pink" einen wichtigen Beirag zum Jugendfilm-Genre der 80er und wendete sich dann dem Senioren-Film zu: Von Deutch stammen die beiden Matthau-Lemmon-Hits "Der Dritte Frühling" und "Immer noch ein seltsames Paar". Endlich hat ein Regisseur erkannt, wie man Keanu Reeves zum Spielen bewegt: Man stellt ihn auf ein Spielfeld. Neben der ungewohnt reifen Darstellerleistung seines Stars punktet der Film darüber hinaus auch mit netten Gags, rührender Underdog-Romantik und jeder Menge gewinnender Feel-good-Szenen. 3 von 5 Sternen |
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Westfalenpost (Sommer 01) Kick mit Keanu Helden aus der zweiten Reihe ist ein erstklassiger Spaß Es ist eine alte Weisheit: Amerikanische Sportfilme gehen nicht gut im deutschen Kino. Meistens auch zu Recht, denn diese Streifen erzählen seit "Rocky" (also seit einem Viertel-Jahrhundert!) die immer gleiche Story vom Außenseiter, der sich gegen jede Chance durchsetzt. Das nervt einfach. Aber manchmal kann so ein Film dann doch den Funken überspringen lassen, weil er alles richtig macht. Wie "Helden aus der zweiten Reihe". Weil die Profi-Abteilung streikt, steckt Team-Boss Edward O'Neil (Jack Warden) mit seinen Washington Sentinels in der Klemme. Vier Spieltage bleiben bis zu den Play-Offs, und jetzt sind alle guten Chance dahin. Einfach so aus dem Rennen auszusteigen kommt aber auch nicht in Frage, also holt O'Neil einen alten Kumpel aus dem Ruhestand. Nur eine Woceh hat der frühere Erfolgs-Coach McGinty (Gene Hackman erlebt gerade seinein dritten Frühling), um eine Ersatzmannschaft aufzustellen und fit zu machen. Und weil der Spielermarkt leer ist, greift McGinty die Leute eben da ab, wo er sie finden kann - im Sumo-Ring, auf dem Bolzplatz, in der Kneipe und im Knast. Als Cheerleader laufen gar Prostituierte auf. Es wäre schade, wenn der Film über den gleichen Kamm geschert würde wie "Annies Männer" oder "Die Indianer von Cleveland". Der ehemalige Teen-Romanzen-Spezialist Howard Deutch ("Pretty in Pink") hat mit "Helden aus der zweiten Reihe" nach langer Durststrecke einfach einen enthusiastischen Gute-Laune-Film rausgehauen. Natürlich geht es auch wieder um den amerikanischen Traum, dass es jeder schaffen kann, wenn er nur an sich glaubt. Aber diesmal steckt kein Anspruch an Wirklichkeit im Stoff, und deshalb funktioniert diese Sportkomödie so traumwandlerisch gut. Auch die Besetzung kann sich sehen lassen: Keanu Reeves, der in "Gefährliche Brandung" schon mal fachkundig zum Football-Ei griff, gibt einen Wonneproppen von Quarterback. Rhys Ifans (Hugh Grants WG-Genosse in "Notting Hill") ist der walisische Kicker mit Sinn für Bier und Tüten. Und die Ladies in Red (angeführt von der kessen Brooke Langton) sorgen für Hitze am Spielfeldrand. Natürlich wirkt das alles pubertär, aber auch so mitreißend locker und unverschämt unterhaltsam, wie eine Heldenkirmes im Kino nur sein kann. - Uwe Mies |
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Ö3 Movie Minute Helden aus der zweiten Reihe Das Problem bei Footballfilmen ist für den durchschnittlichen Europäer immer das gleiche - wir können weder die Begeisterung noch die Regeln dieses Spiels zur Gänze nachvollziehen. Die Storyline von "Helden aus der zweiten Reihe" ist aber zum Gl"ck einfacher gestrickt als das komplizierte Football-Regelwerk - die Loser wollen auch endlich einmal gewinnen. Wie das wohl endet? Ein Footballdrama, das sich gottlob nicht allzu ernst nimmt und das Sportlerpathos mit sexy Cheerleadern, schr"gen Typen (u.a. Rhys Ifans) und ein paar gelungenen Gags entspannt. Auf unserer 10-teiligen Bewertungsskala bringt das diesmal 7 sportlich-entspannte Movie-Minute-Empfehlungspunkte. - P. A. Straubinger Kritik: http://oe3.orf.at/oe3.orf?read=detail&channel=3&id=66170&tmp=8502
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FM4 The Replacements - Helden aus der zweiten Reihe "Ich bin wieder bei den Sentinels, ich will dich als Quarterback haben, ich hab die besten Guards aufgetrieben, um dich zu schützen, und einen Receiver, den nicht mal du überwerfen könntest." Na? Alles klar? Oder doch eher nur Bahnhof?!? Macht aber nix, denn ich garantiere, das waren schon die kompliziertesten Sätze in "Helden aus der zweiten Reihe". Um der restlichen Handlung sowie den Dialogen zu folgen, benötigt man keine speziellen Einführungskurse zum Thema "US-amerikanische Sportarten". Es reicht, ein wenig Verstand mitzubringen.
Sportlerfilme haben ja meist ein paar Dinge gemeinsam: Mister Matrix Keanu Reeves spielt den ehemaligen Quarterback Shane Falco, dem eine Knieverletzung das Rückgrat gebrochen hat. Er dümpelt als Bootsputzer im Hafenbecken und ist somit prädestiniert dafür, wie Phönix aus der Asche zu steigen und die Wandlung vom Loser zum Leader zu vollbringen. Helfen wird ihm dabei Opa Gene Hackman. "Helden aus der zweiten Reihe" beruht auf einer wahren Begebenheit: 1987 streikten die Spieler der National Football League, sie kündigten ihre Verträge und stiegen für freie Vermittlung auf die Barrikaden. Um den völligen Kollaps der NFL zu vermeiden, holten sich die Clubs einfach Amateure, die solange ihr Bestes geben durften, solange die Profis ihre Helme am Nagel hängen ließen. Keep it simple Während Oliver Stone mit seinem Football-Film "Any given Sunday" wenigstens ansatzweise eine differenzierte, reflektierte Sicht der rauen Männerwelt zustande brachte, langweilt "Helden aus der zweiten Reihe" mit abgedroschenen Witzchen, flachen, klischeehaften Charakteren und vorhersehbarem Drehbuch. Regisseur Howard Deutch stellt in "Helden aus der zweiten Reihe" die Profis als geldgierige Proleten dar, die sich um den Farbglanz ihrer europäischen Sportwagen mehr Sorgen machen als um beruflichen Ethos. Die aufs Spielfeld gekarrten Ersatzspieler, oder auch Streikbrecher genannt, sind eine bedauernswerte Chaotentruppe inklusive Sumo-Ringer-Zwillingen, Ex-FBI-Agenten und walisischem Trunkenbold, dargestellt von Rhys Ifans. Der ansehnliche, aber mental problematische Shane Falco alias Keanu Reeves soll als Quarterback die Mannschaft zusammenhalten und kriegt natürlich in einer beispiellosen Flirtaktion das hübscheste Cheerleader-Girl. Eben eine ganz normale, typisch amerikanische Aufsteigerstory. |
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Libro Journal (Juni 01) The Replacements Nachdem das gesamte Football-Team der Washington Sentinels in Sterik tritt, weil es von seinem Boss Edward O'Neil (Jack Warden) mehr Geld verlangt, wird kurzerhand er alte Ex-Trainer aus dem Ruhestand geholt, um die Situation für den Club zu retten. Gene Hackman ist für die Rolle wie geschaffen: er stellt ein gewagtes Ersatzteam zusammen, das aus walisischen Fußballern, samoanischen Ringern, Häftlingen und anderen obskuren Figuren besteht. Die Krönung der Chaos-Truppe ist ihr Quarterback Shane Falco (Keanu Reeves) der seit den Misserfolgen seiner College-Zeit nicht mehr gespielt hat. Das Ganze scheint ein verlorenes Unterfangen, aber irgendwie schafft es der vierschrötige Trainer dennoch, eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen. Was sich noch zu Beginn wie der nächste amerikanische Sportfilm anlässt, wird schnell zu einem überraschend unterhaltsamen Vergnügen, bei dem Reeves als cooler Underdog besticht. 4 von 6 Sternen - not |
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Süddeutsche Zeitung (21. Juni 01) Natural Born Losers Wo Sport fast immer Mord ist: "Helden aus der zweiten Reihe" Vom Sportfilm gibt es die klassische Variante die gleichzeitig ein amerikanisches Grundthema verbrät: "You can get it, if you really want" - was ungefähr heißt, dass man erst dann Erfolg hat, wenn man bereit ist, dafür zu leiden. Das Muster ist im Film meistens dasselbe: erste unbefangene Siege in der jeweiligen Sportart, anschließende Allmachtsphantasien, gefolgt von plötzlichen Niederlagen - und dann der dramatische Weg zurück an die Spitze. Handelt es sich um Mannschaftssport, wird das Ganze noch garniert mit ein paar Sprüchen über Integrität, Teamgeist und das Wunder der Freundschaft. So ähnlich lief es auch bei Oliver Stones Footballfilm "An jedem verdammten Sonntag" , in dem allerlei berühmte Schauspieler mitschmerzverzerrter Miene den Touchdown schafften, wobei die Schmerzen nur zum Teil sportliche Ursachen hatten. Sie waren hauptsächlich Ergebnis der inneren Kämpfe, die hier ausgefochten wurden, um den Weg zum Erfolg durch ordentliches Leid zu sichern. In "Helden' aus der zweiten Reihe" (" The Replacements") könnte Stone zum Beispiel lernen, dass man auch weniger verbittert gewinnen kann, was den Spaß für Zuschauer wie für Sportler erheblich erhöht. Das lässt sich natürlich leicht als Feel-Good-Movie abtun, als ein zu billiges Vergnügen für ein hehres Thema wie Sport. Aber der Clou liegt schließlich darin, dass man manchmal ganz gern dabei zusieht, wie Menschen Erfolg haben, ohne sich dabei im Gegenzug ihre Laune zu ruinieren. Die Replacements, eine komplette Football-Ersatz-Mannschaft, sind also größtenteils guter Dinge, was unter anderem daran liegt, dass der erste Teil der Geschichte einfach weggelassen wurde. Sie fangen bereits als Verlierer an, als Ex-Football-Spieler, die längst so gründlich versagt haben, dass sie zurückgeschickt wurden in ihre Jobs als Verkäufer, Putzer oder Wirt. Es gibt für sie - was ihr Trainer Gene Hackman ihnen auch gern unter die Nase reibt - keine Fallhöhe mehr . Sie können nur noch gewinnen. Grund für ihren Einsatz ist ein Streik der Profispieler, und Gene Hackman sucht sich seine Replacements zusammen, als müsse er eine Bande von Spezialisten für einen Raubüberfall zusammenstellen. Aus allen Teilen der Stadt werden sie aufgelesen, heruntergekommene, lasche Jungs, die neben ihren Schrullen alle jeweils ein Talent haben, was sie außergewöhnlich macht: eine einige besondere Fähigkeit, die aber im Zusammenspiel mit dem Talent der anderen das perfekte Footballspiel ermöglichen könnte. Und so werden sie aufeinander eingespielt, weniger um richtige Sportskanonen zu werden, als um gegenseitig von ihren Talenten zu profitieren - damit sie innerhalb einer Woche ihr Ziel erreichen können: den Sieg im Endspiel. Dabei kann man endlich Sportler sehen, die sich weit jenseits sportlicher Betroffenheit bewegen. Zigaretten auf dem Spielfeld, Sex unter Cheerleadern, Schnaps bei der taktischen Nachbereitung - was immer der Sport im Zuge seiner zunehmenden Familienfreundlichkeit verloren hat, hier wird es wieder ausgepackt. Skandalöses Benehmen überall, und sogar die berühmte psychologische Motivation hält sich fern von sentimentaler Wichtigtuerei. Gene Hackman brüllt nicht herum; die Jungs haben eine Neigung zum trockenen Humor; und ihre Siege kommen trotzdem so bombastisch wie nötig daher. Der Film ist ein ganz altmodisches B-Movie, das es nicht nötig hat, anspruchsvoll zu tun. Regisseur Deutch vertraut auf seine Geschichte und hat genug damit zu tun, begeistert alle sportiven Klischees auszuwalzen. Dabei wird durchaus übertrieben bis ins Absonderliche, aber all das ist leicht zu verzeihen, wenn man dafür zwischendurch einen Trupp schweigsamer Recken beobachten darf, der selbstvergessen zu einem schmierigen Seventies-Disco-Hit über das Spielfeld tanzt. Mit Schrittfolge. - Doris Kuhn |
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Rolling Stone (Juni 01) Helden aus der zweiten Reihe Scheiß Millionäre, würden deutsche Fußballfans skandieren. Die Football-Mannschaft der Washington Sentinels strekt geschlossen, will (noch) mehr Geld. Der Zeitpunkt ist günstig und könnte für den Sentinel-Besitzer Edward O'Neil (Jack Warden) teurer werden als ein Ferrari pro Monat und Mann. Denn es fehlen nur drei Siege in vier Spielen, um in die Playoff-Runde einzuziehen. Der alte, ausgefuchste Clubkapitalist will sich aber nicht erpressen lassen - und holt den Meistertrainer Jimmy McGinty (Gene Hackman) aus dem Ruhestand, den er einst gefeuert hatte. Der soll in einer Woche aus unbekannten Spielern ein taugliches Ersatzteam formen. Von da an verläuft diese Sportkomödie wie ein bekannter Spielzug, der aber immer noch locker funktioniert. Ein Vergnügen ist es vor allem, dem Haudegen Hackman als schottischem Küchenpsychologen und dem Veteranen Warden als irischem Dickkopf beim spitzfindigen Schlagabtausch zuzusehen. Und das obligatorisch schräge Personal an ausrangierten Footballtalenten, das McGinty noch mal ins Stadion schleppt, ist der zweite Touch Down des Films. Da gibt es einen irren Cop namens Bateman, einen Sumo-Ringer, zwei Disco-Türsteher, einen Taubstummen und einen dürren walisischen Trinker, der mit Kippe zum Schuss antritt. Nur Keanu Reeves als Quarterback mit Nervenflattern ist harmlos. In den Siebzigern hätte Burt Reynolds die Rolle mit Charme gefüllt. |